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Wenn aus Grünzeug sammeln Diebstahl wird!

Wer glaubt, es könne überall Grünzeug im Freien gepflückt werden, irrt sich. Schnell kann aus dem Grünzeug pflücken für die geliebten Rennmäusen, Diebstahl werden!

ABER: § 39 Abs. 3 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besagt "jeder darf abweichend von Absatz 1 Nummer 2 wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen."

Hinzu kommen die geregelten Naturschutzgesetze der jeweiligen Bundesländer. Insgesamt dürften diese aber nur wenig vom Bundesnaturschutzgesetz abweichen.

Es sollte aber jedem klar sein, dass das Betreten ohne ausdrückliche Genehmigung auf umzäunte Gelände nicht gestattet ist. Wird sich nicht daran gehalten, begeht man Hausfriedensbruch!

Auch auf frei zugänglichen Feldern und Wiesen ist es nicht immer erlaubt und nicht gerne gesehen, einfach Pflanzen zu pflücken. In Deutschland gehört jedes Stück Land einen bestimmten Eigentümer. Entweder ist es das Eigentum der Gemeinde, des Bundes oder aber einer Privatperson.

§ 94 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): "Zu den wesentlichen Bestandteilen eines Grundstücks gehören die mit dem Grund und Boden fest verbundenen Sachen, insbesondere Gebäude, sowie die Erzeugnisse des Grundstücks, solange sie mit dem Boden zusammenhängen. Samen wird mit dem Aussäen, eine Pflanze wird mit dem Einpflanzen wesentlicher Bestandteil des Grundstücks."

Kulturpflanzen ohne Erlaubnis mitzunehmen ist durch dieses Gesetz offiziell Diebstahl und kann, je nach Menge, sehr teuer werden. Viele der Wiesen auf dem Land gehören Landwirte mit Viehhaltung. Sie brauchen die Wiese selbst als Futter für ihre Tiere. Es ist daher verständlich, dass die meisten Landwirte nicht begeistert davon sind, wenn fremde Personen einfach etwas herausreißen.

Die Wiesen in der Stadt, am Ortsrand oder in Parks gehören oft öffentlichen Einrichtungen und auch hier ist es ungern gesehen, wenn die Leute Pflanzen pflücken. Vor allem dann, wenn diese Pflanzen vielleicht sogar gezielt gepflanzt wurden.


Wo sammelt man nun am besten?

Am besten bieten sich dafür Wegränder an. Auch an vielen Straßen kann man gut sammeln. An Ränder von stark befahrenen Straßen, Hauptstraßen oder Ecken, an denen man die Abgase schon riechen kann, sollte das Pflücken von Pflanzen gemieden werden. An Wegrändern findet man genug Pflanzen, um mehrere Tiere zu ernähren. Hier findet man Pflanzen wie Wegeriche, Klee, Gänseblümchen und Brennnesseln. Zum Wegrand zählen auch Waldwege und Gräben.

Hat man einen eigenen Garten, kann man diesen sehr gut dafür nutzen. "Unkraut" und Gras ist hier in großen Mengen vorhanden und man muss sich keinen Kopf darum machen, ob es jetzt erlaubt ist oder nicht. Wenn man möchte, kann auch einen Teil des Gartens verwildern lassen und hat dadurch eine gute Futterquelle.

Auch Spielplätze bieten sich sehr gut an. Hier ist der Vorteil, dass hier kein Hundekot vorhanden sein sollte. Spielplätze gehören zwar immer der Stadt, aber hier gibt es aber selten Ärger, solange man das Pflücken in Grenzen hält. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man zur Sicherheit einen Anruf bei der Stadt tätigen und nachfragen.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Pacht eines Kleingartens. Für Halter von mehreren mongolischen Rennmausgruppen kann es sich sehr lohnen, einen Kleingarten zu pachten. Je nach Region und Nachfrage schwanken da die Preise. Aber es kann sich lohnen, nicht nur für die Tiere.


Das waren nur einige Beispiele, wo man bedenkenlos und in Maßen Pflanzen pflücken kann. Wer aber einfach von einer Wiese große Mengen Futter holt, begeht Diebstahl und wird wahrscheinlich ein unangenehmes Gespräch mit dem Eigentümer haben oder sogar eine Anzeige bekommen. Eine handvoll Wiesenpflanzen ist zwar erlaubt, es sollten aber nur Bereiche betreten werden, wo es auch erlaubt ist.

Allerdings gibt es genügend Möglichkeiten, ohne Ärger an Wiese zu kommen. Entweder pflückt man Pflanzen am Wegrand oder man fragt bei dem Besitzer des Grundstückes nach. Nicht ganz kostenlos ist die Pacht, lohnt sich aber am Ende für Mensch und Rennmaus.