Zucht von mongolischen Rennmäusen


In Deutschland ist der Begriff "Züchter" nicht geschützt und wodurch sich leider jeder Züchter nennen darf. Es ist extrem wichtig, dass Sie sich vor dem Kauf,  selbst gut über Haltung und Pflege der Mongolischen Rennmaus zu informieren.  Nur so vermeiden Sie es, dass Sie an einen Vermehrer geraten, der Ihnen eventuell zuchtuntaugliche oder sogar kranke Tiere aushändigt.

 

Bevor Sie sich an das Züchten setzten, sollten Sie vorher folgende Grundkenntnisse besitzen:


Als Zuchtanfänger ist es ausserdem zu empfehlen, sich einen seriösen Züchter  an die Seite zu holen. Dieser steht Ihnen zu Beginn mit Rat und Tat zur Seite und hat eventuell passende Zuchttiere.

Geeignete Tiere zur Zucht erhält man von einem seriösen Züchter. Seriöse Züchter finden Sie mittlerweile bei Verbände, wie den Bund deutscher Rennmauszüchter.

Seriöse Züchter besitzen von ihren Zuchttiere einen durchgehenden Stammbaum über mehrere Generationen. In der Genealogie ist ein Stammbaum die Darstellung der namentlich bekannten Nachkommen mit Gencode und  Auffälligkeiten.

Zuchttiere sollten Sie keinesfalls aus einem Zoofachhandel, Tierheim oder sogenannten Privatzuchten holen. Hier ist meistens kein Stammbaum vorhanden und vererbbare Krankheiten/Gendeffekte sind meist auch nicht bekannt.


Grundlagen der Genetik

Bevor Sie anfangen zu züchten und sich mit der Farbgenetik beschäftigt, müssen Sie als allererstes die mendelschen Regeln verstehen. Gregor Mendel entdeckte und beschrieb den Vorgang von dem einfachen Erbgang, wie Merkmale weiter vererbt werden, die von einem Gen bestimmt sind. Die mendelschen Regeln gelten für Menschen und die meisten Tier- und Pflanzenarten, die von beiden Elternteilen einen Chromosomensatz erben.

Es gibt "dominierende" und "rezessive" Gene. Dominant bedeutet, dass diese Farbe oder Form sichtbar ist und wird als Bezeichnung mit großen Buchstaben festgehalten. Rezessiv ist zwar genetisch vorhanden, aber nur dann sichtbar, wenn zwei rezessive Gene aufeinandertreffen. Diese werden mit kleinen Buchstaben bezeichnet.

Daraus resultierend ein vereinfachtes Beispiel der Vererbung:

Mutter

DNS Strang, weiblich

Vater

DNS Strang, männlich

Jedes Juingtier erbt nur einen DNA Strang von jedem Elternteil. Die DNA Stränge werden gespalten und je eines dann von jeweiligen Elternteil wieder zusammengesetzt. Der Blaue (Vater) und der Rote (Mutter)  Strang ergeben dadurch folgende "neue" Kombinationen:

Jungtier A

DNS Strang, Jungtier A

Jungtier B

DNS STrang, Jungtier B

Wie Sie über die Bilder sehen können, erbt jedes Jungtier mindestens einen DNS Strang von der Mutter und einen DNS Strang vom Vater. Dadurch kann sich womöglich auch die Farbe des jeweiligen Jungtieres ändern, wenn diese Informationen in den einzelnen DNS Strängen gespeichert wurden.

Mehr zu dem Thema DNS und Farben finden Sie auf der Seite www.rennmauszauber.de. Diese Seite wird von der Zucht Diepholzer Fellnasen geführt.


Jungtieraufzucht

Grundsätzlich rate ich Laien von der Rennmauszucht ab und dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Rennmäuse gehören zu den Tierarten die sich rasant vermehren.
  • Die Tragezeit beträgt gerade mal 28 Tage.
  • Direkt nach der Geburt ist das Weibchen sofort wieder Aufnahmefähig.
  • Jungtiere sind schon ab der 8-10 Woche geschlechtsreif und können sich paaren. 
  • Es gehört eine Menge Aufwand und Wissen über die Genealogie der Elterntiere dazu, um genetische Erkrankungen zu vermeiden.
  • Es ist wichtig Kenntnis in der Genetik und Vererbungslehre zu besitzen. Nicht alle Rennmäuse können miteinander gekreuzt werden. Bei falschen Genkombinationen kann es zu Todgeburten kommen oder schlimme Erkrankungen auftreten,

Möchten Sie trotzdem gerne züchten, empfehle ich Ihnen Kontakt zu einem professionellen Züchter aufzunehmen. Diese Zuchten finden Sie bei mir unter Züchterliste. Vermehren Sie niemals Tieren aus einem Zoofachhandel, aus Privathand oder Tierheimen!

Schnwangerschaft

Weibliche Rennmäuse haben bei gleichbeibender Haltung und wenig Stress,  einen regelmäßigen Zyklus. Die Zykluslänge liegt ungefähr zwischen 4-7 Tagen. Sobald die Geburt ausgeführt wurde, beginnt der Zyklus wieder von Vorne. Weibliche Rennmäuse können nach der Geburt erneuten Schwanger werden. Die Wurfgröße liegt zwischen 2 bis 12 Jungtieren.

Sobald die Rennmaus schwanger ist, trägt sie die Jungtiere 23-28 Tage aus. Die meisten Jungtiere werden bis zu 28 Tagen gestillt und ab dem 21 Tag probieren sie langsam festes Fressen und Wasser. Außerdem wird von den Jungtieren langsam die Umgebung neugierig erkundet. 

Vor und nach der Geburt

Kurz vor der Geburt der Jungtiere bauen Vater und Mutter ein Nest zusammen. Sobald aber die Wehen eintretten wird der Vater von der Mutter aus dem Nest verjagt damit sie Ruhe hat.

Während der Wehen streift das Weibchen mehrfach mit dem Bauch über den Boden, wodurch die Jungtiere nach hinten gedrückt werden. Soabld das Jungtier fassbar ist, wird es vom Muttertier rausgezogen und abgeleckt um den Kreislauf des Jungtieres anzustoßen. Nach der Geburt beginnen die Jungtiere direkt nach den Zitzen zu suchen um ihren großen Durst und Hunger zu stillen. In dieser Zeit und 6 Wochen danach sollten Sie das Muttertier und die Jungtiere in Ruhe lassen. Durch zu viel "geschaue" wird die Mutter gestresst und kann dadurch unter Umständen ihre Jungtiere töten!


"Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Informationen keine Anleitung zu einer Zucht beinhaltet. Es gehört noch wesentlich mehr zu einer guten und seriösen Zucht dazu. Deswegen werde ich nicht weiter auf das Thema eingehen."