Vergesellschaftung von Rennmäusen


Es kann bei Rennmäusen passieren, das diese sich Streiten oder eine Rennmaus irgendwann einmal stirbt. Das ist der Lauf der Natur. Daher gibt es mehrere Methoden (Kleinraummethode, Trenngittermethode und Einduftmethode) Rennmäuse untereinander zu vergesellschaften.

Rennmäuse sind sehr revierbezogene Tiere. Sie verteidigen ihr Revier, gegen jede Art von Eindringlingen. Das gilt auch für andere fremde Rennmäuse. Wird eine fremde Rennmaus in das Revier einer anderen Rennmaus gesetzt, wird diese von der dort lebenden Rennmaus erst einmal begutachtete. Binnen Sekunden wird bemerkt, dass diese fremde Rennmaus nicht den gleichen Geruch hat und sofort bekämpft. Das neue Tier muss sich unterordnen und sich ihren Rang erst erkämpfen. Um diese Kämpfe zu verhindern, unterzieht man die Rennmäuse einer Vergesellschaftung.


Möglichkeiten der Vergesellschaftung

Trenngittermethode

Die beste und erfolgreichste Vergesellschaftungsmethode ist die Trenngittermethode. Hierbei wird ein kleines Aquarium (mindestens 80 cm lang) durch einen Holzrahmen mit Gitter getrennt. Auf jeweils einer Seite sitzt eine Rennmaus mit ein wenig Einstreu (5-10 cm hoch), einer Wasserschale und etwas Pappe für den Stressabbau. Die Rennmäuse haben nun die Möglichkeit sich zu sehen und zu riechen, aber nicht gegenseitig zu attackieren. Nun wechseln Sie mehrmals täglich die Seiten oder nehmen Sie ein Teil des Einstreu und wechselt diesen von der einen Seite zur anderen Seite (weniger Stress für die Tiere). Setzten Sie die beiden Rennmäuse erst in einen kleinen Bereich zusammen, wenn sie keinerlei Aggressionen mehr zeigen. Vergrößern Sie nun nach und nach den Bereich, bis die volle Größe des Geheges erreicht ist. Kommt es während der Vergrößerung zum Streit verkleinern Sie den Bereich wieder und beginnen Sie von vorne.

Kleinraummethode

Die Kleinraummethode ist eine der, für mich, grausame Vergesellschaftungsmethode. Bei der Kleinraummethode setzten Sie hier Ihre Rennmäuse in einen kleinen Raum (Box usw.) zusammen. Durch Panik und Angst, raufen sich die zu vergesellschafteten Rennmäuse zusammen. Das Verhalten hält nur solange, bis die Renner in ein größeres Gehege einziehen. Im größeren Gehege fetzten sich beide Rennmäuse direkt um das größere Revier. Von der Kleinraummethode rate ich ab, da es schnell zu unkontrollierbaren Kämpfen kommt. Außerdem bekommen Sie die Rennmäuse hier nur sehr schwer wieder heraus und Sie werden bei diesem Versuch womöglich durch die kämpfenden Rennmäuse verletzt. Auf Deutsch: Die Kleinraumethode ist keine geeignete Methode für die Vergesellschaftung von mongolischen Rennmäusen!

Einduftungsmethode

Bei der Einduftmethode setzten Sie eine junge Rennmaus für sechs Stunden in ein Gehege mit dem Einstreu der anderen Rennmaus gesetzt. Da Jungtiere noch keinen Eigengeruch haben, nehmen diese schnell den Geruch der andern Rennmaus an. Nach den sechs Stunden setzen Sie beide Rennmäuse in einen Käfig mit wenig Einstreu und Pappe oder auf neutralen Boden. Sollte alles ohne Probleme verlaufen, (kein beißen, kein langes jagen und kein knäulen) hat die Vergesellschaftung geklappt. Fiepsen und beschnuppern an der Nase und am Hintern sind normal!

Neutraler Boden

Eine weitere Möglichkeit Jungtiere mit älteren Rennmäusen zu vergesellschaften, ist der neutrale Boden. Hier verwenden die meisten Halter ihre Badewanne. Benutzen Sie die Badewanne dafür, legen Sie diese mit Handtücher aus, damit die zu vergesellschafteten Rennmäuse sich problemlos bewegen können. Außerdem verteilen Sie noch etwas Pappe, damit die mongolischen Rennmäuse daran ihren Stress abbauen. Klappt alles ohne knäulen und heftiges jagen, setzen Sie die beiden Rennmäuse in das Gehege mit wenig Einstreu (5-10 cm), einer Wasserschale und weiter Pappe zum Knabbern. Kommt es zum Knäulen und/oder extremen jagen, empfehle hier keinen weiteren Versuch auf neutralem Boden Sie jedoch auf die Trenngittermethode zurück gegriffen werden.


Nach der Vergesellschaftung

Nach der Vergesellschaftung der mongolischen Rennmäuse mit Trenngitter oder auf neutralem Boden, setzten Sie beide in ihr neues Zuhause. Beide sollten sich auf keinen Fall mehr kugeln, beißen, stark trommeln oder massiv jagen. Kleinere Kabbeleien sind aber vollkommen normal.

Das neue Gehege muss von Ihnen vorher gründlich gereinigt werden. Um alte Düfte loszuwerden, benutzen Sie Essigwasser oder Zitronenwasser. Nach der Nutzung von Essigwasser oder Zitronenwasser müssen Sie alles gründlich abspülen. In das Gehege legen Sie als Ersten diese Dinge: Einstreu (auch die alte Einstreu aus der Kleinraum oder der Badewanne), Heu, Nistmaterial, Klorollen, sowie Futter und Wasser. Letzteres können Sie auf eine kleine Etage oder Backstein stellen. Wechseln Sie das Einstreu in der nächsten Zeit nicht mehr! Entfernen Sie, wenn nötig, nur die verschmutzen Stellen.

Wenn es möglich ist, bieten Sie vergesellschafteten Tieren am Anfang ein 100 x 50 cm großes Becken an oder einen abgetrennten Bereich in einem größeren Gehege (> 100 cm). Dazu stellen Sie ein passendes Holzbrett hochkant in das Gehege und sichern Sie es ab. Erweitern Sie das Gehege dann schrittweise bis die komplette Größe erreicht ist. Vertragen sich die Rennmäuse im neuen Gehege, können Sie das Laufrad und das Sandbad anbieten. Stellen Sie Etagen und Spielzeug nur nach und nach in das Gehege mit rein, um Streitereien zu verhindern.


So trennen Sie verbissene Rennmäuse richtig!

Solange sich während des Vergesellschaftungsversuches, die Rennmäuse sich nicht länger als 5 Sekunden knäulen und sich beißen, müssen Sie nicht einschreiten. Versuchen Sie nicht mit der bloßen Hand zwischen die Renner zu greifen, wenn Sie sich verbissen haben! In der Aufregung beißen die mongolischen Rennmäuse auch in Ihre Hand. Die Methode, die Rennmäuse mit Handschuhen auseinander zu ziehen, ist sehr umstritten. Des öfteren wurden Rennmäuse, bei dem Versuch diese auseinander zu ziehen, verletzt. Versuchen Sie eher die Rennmäuse mit einem Stück Pappe oder Holz zwischen die zwei streitenden zu kommen und sie damit zu trennen.