Die richtige Ernährung


Die Ernährung der Rennmäuse ist extrem wichtig. Sie hat nicht nur Auswirkungen auf das Immunsystem, sondern kann auch die Lebensdauer verlängern. Bei einer schlechten Ernährung kann es zu einer kürzeren Lebensdauer kommen, Krankheiten begünstigen oder das Säugen, durch geringe Milchbildung, erschweren. Rennmäuse sollten daher gesund und ausgewogen ernährt werden. Das Futter sollte aus verschiedenen Sämereien, Kräutern, Blüten, sowie tierischem Eiweiß bestehen. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden, da sich dort schnell Bakterien ansiedeln oder der Wassernapf mit Streu, Urin und Fäkalien verunreinigt ist. Frischfutter sollte auch auf keinen Fall fehlen und sollte täglich angeboten und der Rest nach spätestens 24 Stunden entfernt werden. Mongolische Rennmäuse, die noch nicht an Frischfutter gewöhnt sind, sollte das Frischfutter erst langsam in kleinen Mengen angefüttert werden, damit sie keinen Durchfall bekommen.

Ich empfehle für eine gesunde Ernährung 8-10g Grundfutter pro Rennmaus am Tag. Bei Schwangeren, Jungen oder Rennmäusen mit Untergwicht, dürfen es gerne auch ein paar Gramm mehr sein. Es sollte aber immer einmal kontrolliert werden, ob die Futtermenge noch passt. Sollten die Rennmäuse zum Beispiel zunehmen und ins Übergewicht rutschen, dann sollte dementsprechend die Menge reduziert werden.

Warnung!

Kaufen Sie bitte kein Rennmausfutter in Zoofachläden. Diese sind meistens voll mit Zucker, Zusatzstoffen, Geschmacksverstärker, Dickmacher und Honig. Greifen Sie lieber auf professionell zusammengestelltes Futter von MixeramaFutterparadiesFutterkraemerei oder Mischungen vom Züchter zurück.


Ernähung der Rennmaus in der Wildnis

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Rennmäusen erstreckt sich nicht nur über weite Teile der Mongolei, sondern auch über einen Teil Russlands und Chinas. In China kommen sie vor allem in der Mandschurei vor, ein Teil Chinas, der vor allem für Landwirtschaft und reiche Bodenschätze bekannt ist.

Das Land, dass die Rennmäuse bewohnen ist geprägt von vielfältigen Vegetationszonen. Im Verbreitungsgebiet finden sich folgende Vegetationszonen:

  • Taiga
  • Alpine Tundra
  • Wüste und Halbwüste
  • sommergrüne Laubwälder
  • Bergwälder
  • Steppe
  • Wiesen und Weiden

Darüber hinaus sind an vielen Oasen oder Flussläufen oder Seen auch landwirtschaftlich genutzte Flächen zu finden.

Die natürliche Nahrung der Rennmaus ist also je nach Herkunft sehr unterschiedlich und richtet sich vor allem nach dem Angebot.

Da Rennmäuse ausgeprägte Kulturfolger sind, sind sie auch immer mehr auf Feldern zu finden.

Dort fressen sie auch viele Insekten, die sich ihrerseits von den Pflanzen auf den Feldern ernähren wie z.B. Grillen, Heuschrecken oder Larven von vielen verschiedenen Käferarten


Pflanzen, die im Verbreitungsgebiet hauptsächlich zu finden sind

Nadelgehölze (Kiefern, Zirbelkiefern, Tannen, Fichten und Lärchen), vor allem in der Taiga und den Bergwäldern

Weichgehölze (Birken, Erlen, Weiden, Ulmen, Pappeln, Zitterpappeln), an Flüssen und Seen wie Amur, Huang-He und Jenissej

Zwergsträucher (Heidelbeeren, Rauschbeeren, Preiselbeeren)

Kräuter und Gräser (Wachtelweizen, Siebenstern, Heckenkirsche, Moosglöckchen, Sauergraser, Süßgräser

Kulturpflanzen der Mandschurei (Weizen, Gerste, Hafer, Hirse, Soja, Mais, Zuckerrüben, Baumwolle, Walnüsse)

Kulturpflanzen der Mongolei (Kartoffeln, Weizen, Gerste, Hafer, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch, Auberginen, Tomaten, Möhren und Gurken) zB an den Oasen der Wüste Gobi oder an Flüssen und Seen

Als Kulturfolger nutzen Rennmäuse gerne die Kulturpflanzen, da diese oft viel leichter zu erreichen sind. Dafür werden sie allerdings oft als Schädlinge betrachtet und durch Katzen, Fallen und Giftköder getötet. Man geht davon aus das aus den Beständen, die in der Landwirtschaftlich genutzten Zone vorkommen auch unsere Farbrenner stammen, da sie dort leichter zu fangen waren als die Verwandten in der menschenleeren Steppe und den Wäldern.

Da Rennmäuse je nach Jahreszeit und Vegetationszone ihre Nahrung anpassen, besteht die Nahrung in den wärmeren Sommermonaten, die im Durchschnitt 20 bis 25°C warm sind, meist aus grünen Pflanzenteilen. Oft genutzt wird vor allem Hanf, Gänsefuß, Buchweizen, Melden und Strauchmelden. Weitere häufige Sommerpflanzen sind:

  • Beifuß
  • Hügel-Salzkraut
  • Grüne Borstenhirse
  • Strandroggen
  • Sämlinge
  • Wurzeln
  • Samen von Feldfrüchten

In den bis zu -30°C kalten Wintermonaten leben sie von Futterräten, die sie im Sommer angelegt haben und die mehrere Kilogramm umfassen können. Hauptsächlich bestehen die Vorräte aus:

  • Hafer
  • Wermut
  • Gänsefußgewächsen
  • Korblütler
  • Hülsenfrüchtler
  • Mannaklee
  • Wanzensame
  • wildes Getreide
  • Buchweizen
  • Weizen
  • Hirse
  • Borstenhirse
  • Gänsefuß
  • Erbsensträucher
  • Zwerge und Wurzeln von Wermut
  • Salzmelden
  • behaartes Liebesgras

Entgegen der Annahme, die viele Rennmaushalter besitzen, fressen Rennmäuse in der Natur sehr wohl Früchte.

Oft werden Früchte sehr verteufelt, allerdings meist zu unrecht, denn auch wildlebende Rennmäuse fressen, vor allem in der kälteren Jahreszeit, sehr oft die Früchte von Zwergsträuchern, die überall in der Mongolei und der Mandschurei wachsen. Viele der Sträucher sind dabei sogar so robust, dass sie sogar die kalten Sommer der Polarregionen überstehen, sodass die Bedingungen in der Mongolei sehr gut sind. Einige der Früchte, die wir auch Hierzulande kennen sind zB:

  • Sanddorn
  • Heidelbeere
  • Stachelbeere
  • Erdbeere
  • Preißelbeere
  • Berberitze
  • Johannisbeere
  • Himbeere/Arktische Himbeere/Arktische Brombeere

Andere Sträucher, die in der Mongolei heimisch sind und zum Teil auch von Rennmäusen gefressen werden sind:

  • Traubenkirsche X
  • Wildapfel
  • Rhododendron X
  • Fingerstrauch
  • Zwergmispel X
  • Wacholder X
  • Spierstrauch
  • Heckenkirsche X
  • Krähenbeere X
  • Erbsenstrauch
  • Gagelstrauch X
  • Wildrose
  • Clematis X
  • Rauschbeere X
Warnung!

 

 Pflanzen die mit einem X markiert sind sind hierbei keinesfalls verfütterbar und dienen nur der Vollständigkeit

 

Rennmäuse sind also keineswegs reine Samenfresser, weswegen es auch so wichtig ist ihren Speiseplan in unseren Wohnzimmern anzupassen und neben Sämereien auch Kräuter, Blätter, Rinde, Gemüse und in kleinen Mengen durchaus auch Beeren oder „Ersatzobst“ zu füttern. Früchte gehören in die Natürliche Ernährung der Rennmaus während der kargen Monate. Da viele Früchte von Vögeln oder Hasen gefressen werden bekommen die Rennmäuse oft nur Reste, aber diese sind durchaus wichtig für die Vitaminversorgung. Vitamin-C ist in der natürlichen Ernährung z.B. relativ gering vertreten. Viele Beeren, wie Sanddorn sind wahre Vitamin-C-Bomben, die die natürliche Ernährung bereichern. Da diese natürlich relativ zuckerhaltig sind, sollte man es damit nicht übertreiben, aber sie sind durchaus eine willkommene Bereicherung für die Rennmäuse in unseren Wohnzimmern.

"Ein großes Dankeschön an Stefanie S. welche mir diese Texte zur Verfügung gestellt hat!"

Das Kopieren dieses Textes ist ohne Genehmigung von Stefanie S. nicht gestattet!


Rennmausfutter selber mischen

Um wirklich sicher zu gehen, was im Rennmausfutter enthalten ist, kann man es auch selber mischen. Das Selbermischen von Futter ist aber nicht einfach, da es wirklich ausgewogen und gesund sein muss. Es sollte sich also ein wenig Wissen über die grundlegende Ernährung der mongolischen Rennmäuse angeeignet werden. Die Seite Rodent-Info.net eignet sich mit ihrem "Futterkonzept nach Ralf Sistermann" sehr gut. Dort wird alles genau über die richtige Ernährung beschrieben. Es lohnt sich also die Seite zu studieren.

Die einzelnen Bestandteile des Futters (Sämereien, Kräuter,....) werden nicht wie gewöhnlich in Gramm gemessen, da zum Beispiel jedes Korn unterschiedlich wiegt. Daher empfiehlt es sich nach Volumen zu messen. Ich persönlich nutze dazu immer die Maßeinheit "Esslöffel". Natürlich können auch andere Maßeinheiten genutzt werden, wie Tasse, Schnapsgläser usw.

Warnung!

Mixen Sie nicht wahllos irgendwelche Saaten, tierische Eiweiße und so weiter zusammen. Schauen Sie genau welches Mischverhältnis zu Ihrem Tier passt!

In der Theorie gibt es verschiedene Futtermischungen für einen bestimmten Typ Maus. Eine fettleibige Maus sollte mit einer Diätmischung gefüttert werden. Agile und junge Rennmäuse eher eine Mischung aus 40% ölhaltige Saaten und 60% mehlartigen Saaten bekommen. Wie Sie sehen gibt es viele verschiedene Mischungen für mongolische Rennmäuse. Aber die perfekte Futtermischung werden Sie nie finden. Lassen Sie sich beraten bevor Sie wahllos irgendetwas zusammen mischen. Viele Züchter, jahrelange Rennmaushalter und ich stehen Ihnen dafür gerne zur Verfügung.

Als Beispiel für eine 70%/30% - Mischung können Sie folgendes nehmen:

Sie nehmen 100 Esslöffel als Richtwert. Diese 100 EL entsprechen 100% Grundfutter. Von diesen 100 EL müssen 70% (70 EL) mehlhaltige Saaten und 30% (30 EL) ölhaltige Saaten sein. Dazu kommen dann noch separat mit der Hand, tierische Eiweiße, Frischfutter und Grünfutter.

Die 70 Esslöffel mehlhaltigen Saaten sollten so aufgebaut sein:

  • 40% (28 EL) Kanariensaat
  • 25% (17,5 EL) verschiedene Hirsesorten
  • 10% (7 EL) Grassamen
  • 25% (17,5 EL) andere mehlhaltige Saaten

Die 30 Esslöffel ölhaltigen Saaten sollten so aufgebaut sein:

  • 25% (7,5 EL) Kardisaat
  • 25% (7,5 EL) Negersaat
  • 50% (15 EL) andere ölhaltige Sorten
  • 10 verschiedene Sorten sind optimal, aber kein muss

Eine vollwertige Mischung kann unterschiedliche sieht so aus:

  • 80% Saaten (70% Mehlhaltige / 30% Ölhaltige)
  • 10% getrocknetes Gemüse
  • 5% Blüten/Blätter/Kräuter
  • 5% tierisches Eiweiß

Rezept für Leckerlis oder Futtermischungen finden ihr unter Futterrezepte.


Download
Futterliste zum Downloaden
Die Futterliste zum Downloaden und Drucken, damit ihr diese immer zur Hand habt :)
Futterliste.pdf
Adobe Acrobat Dokument 442.5 KB