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Ach du dicke Rennmaus!

 Mongolische Rennmäuse sind dafür bekannt schnell und leicht eine Fettpölsterchen anzulegen. Die richtige Ernährung ist sehr wichtig um Übergewicht bei Rennmäusen zu verhindern. Durch zu viel Fett passiert es schnell, dass mongolische Rennmäuse dadurch zum Beispiel an Diabetes erkranken. Die Mischungen für das Grundfutter

sieht wie folgt aus:

Für tragende oder Muttermäuschen oder für kranke Tiere mit Neigung zum Untergewicht:

Hier ist eine Mischung von 50% Saaten (60% Mehlhaltige/ 40% Ölhaltige), 30% Blüten/Blätter/Kräuter, 15% tierisches Eiweiß und 5% Nüsse/Kerne zu empfehlen. Die ölhaltigen Saaten wird um 10% erhöht um das Gewicht zu halten. Der hohe Eiweißanteil verhindert, dass die Rennmäuse einen Eiweißmangel erleiden. 

Für normalgewichtige Rennmäusen:

Für normalgewichtige Rennmäuse empfehle ich eine Grundmischung von 80% Saaten  (70% Mehlhaltige; 30% Ölhaltige), 10% getrocknetes Gemüse, 5% Blüten/Blätter/Kräuter und 5% tierisches Eiweiß. Nüsse und Kerne werden ab und an von der Hand gegeben. Es ist möglich alle anderen Inhalte, bis auf die Saaten, einzeln und frisch einzeln zu geben.

Für übergewichtige Rennmäuse:

Übergewichtige Rennmäuse brauchen eine spezielle Futtermischung. Weniger Fett und tierisches Eiweiß ist das A und O um das Gewicht zu reduzieren. Das Mischverhältnis beträgt 50% Saaten (80% Mehlhaltige/ 20% Ölhaltige), 30% Blüten/Blätter/Kräuter, 15% getrocknetes Gemüse und 5% tierisches Eiweiß. Die übergewichtige Rennmaus sollte in dieser Zeit auch öfters gewogen werden, um Untergewicht zu verhindern.

Täglich bekommen mongolische Rennmäuse eine reichliche Portion frisches Grünfutter. Nicht jedes Tier ist daran gewöhnt frisches Futter zu essen. Empfehlenswert ist es erst langsam die Menge des Grünfutters zu steigern. Ich persönlich gebe daran gewöhnten Rennmäusen jeden Tag verschiedenes frisches Grünfutter und davon reichlich. Das Grünfutter füllt den Magen und hat nur, mit ein paar Ausnahmen von einigen Obstsorten, wenig Kalorien. Blüten, Blätter, Kräuter, Gemüse und Gräser sind außerdem gesund und helfen dem Wohlbefinden des Körpers. Aus diesem Grund gehören sie täglich auf den Speiseplan und sind keinesfalls nur Leckerbissen.

Tierisches Eiweiß, Nüsse und Kerne enthalten in der Regel viel fett, dürfen aber bei zu dicken Tieren dennoch nicht fehlen. Empfehlenswert ist es je Rennmaus zweimal pro Woche einen schwach gehäuften Teelöffel tierisches Eiweiß und zum Beispiel zwei bis drei Kürbiskerne je Tier zu reichen. Nüsse, wie Haselnuss reicht man nur je ein Viertel davon pro Rennmaus je Tag.

Um Übergewicht zu verhindern ist nicht nur die richtige Futtermischung wichtig. Damit die Tiere voll beschäftigt sind, ist es empfehlenswert das Körnerfutter einfach schwungvoll ins Gehege zu verstreuen, sodass die Tiere auch wirklich suchen müssen. Ebenso ist Bewegung natürlich immer gut und sollte durchgehend angeboten werden. Viel Nagematerial, ein großes Gehege und ein artgerechtes Laufrad helfen dabei Energie zu verbrauchen. Das Reichen von Äste und viel Streu zum Buddeln fördert die Aktivität der Rennmäuse und damit den Kalorienverbrauch. Hier ist aber auch Vorsicht geboten. Einige Rennmäuse werden sehr schnell süchtig nach "Sport" und hören dann zum Beispiel nicht mehr auf, dass Laufrad zu benutzen. Zu viel Sport kann nach hinten losgehen und für Untergewicht sorgen.

Das perfekte Gewicht ist bei jeder mongolischen Rennmaus unterschiedlich. Eine genaue Einheit für Übergewicht ist hier nur sehr schwer möglich festzulegen. Das Idealgewicht hängt vom Geschlecht des Tieres und der jeweiligen Körpergröße ab. Einige seriöse Zuchten bringen zierliche Rennmäuse hervor, bei denen 70-80g ein Normalgewicht darstellt. Andere Tiere hingegen sind deutlich größer und mit 120-130g im normalen Gewichtsbereich. Am besten wird auf die Optik und die Gesundheit des Tieres geachtet.

Für Übergewicht gibt es drei deutliche Zeichen:

  • Die Rennmaus hat im Nacken eine spürbares "Speckröllchen". Diese ist weich, nachgiebig und sichtbar. Dieses Speckröllchen im Nacken wird auch als Stiernacken bezeichnet.
  • Wird der Rennmaus mit dem Finger über den Rücken gestrichen, sollte die Wirbelsäule und weiter hinten die Knochen der Hüfte zu spüren sein. Ist das nicht der Fall, hat die Rennmaus Übergewicht.
  • Hat die Maus einen deutlich ausgeprägten Bauch, ist sie ebenfalls übergewichtig. Der Bauch ist weich und beweglich, wie beim Menschen eben auch.

Treffen diese drei Zeichen zu, ist eine Diät unumgänglich um schlimme Krankheiten, wie Diabetes zu verhindern. Auch wenn es schwer fällt den Rennmäusen nicht mehr mit Kernchen den Tag zu versüßen. Die Gesundheit des Tieres ist wichtiger!

Hinweis:

Neben Fettpolstern gibt weitere Gründe, weshalb eine Rennmaus an Gewicht zugelegt hat. Ist die Umfangsvermehrung nicht symmetrisch und der Bauch eine Beule aufweist, die Knochen zu gut zu spüren sind, handelt es sich nicht um Fett, sondern um eine ernstzunehmende Krankheit! Es könnte sich dabei zum Beispiel um einen Tumor, oder "Bauchwassersucht" handeln. Bestehen Zweifel, dass es sich nicht um Übergewicht handelt, ist es unumgänglich direkt einen rennmauskundigen Tierarzt aufzusuchen. Google und Facebook zählen nicht dazu!